Freitag, 10. Juni 2016

Ein Tag in Tana

Liebe Leser meines Blogs! Ich bin glücklicherweise nicht gestorben oder in einen Graben abseits einer madagassischen Staubpiste gefallen, sondern lebendig und wohlauf! Mangels Zeit und Internet ist das Bloggen in den letzten vier Wochen leider, leider flach gefallen. Texte hab ich trotzdem geschrieben, die werde ich in den kommenden Tagen hier online stellen.

Kurz zu meiner aktuellen Situation: inzwischen (08.06.16) bin ich vier Wochen in Fotadrevo. Mir geht es gut, ich habe mich bestens eingelebt und die Solaranlage entwickelt sich langsam aber stetig. Aktuell mache ich einen Kurztrip nach Tulear, wo es gutes Internet gibt. Das erleichtert das bloggen. Damit weiter in der Erzählung:

Am nächsten Morgen (Donnerstag, 12.05.16) beginnt mein erster Tag in Madagaskar. Nach einem enttäuschenden Frühstück ("continental" = ein paar Stücke Brot, Fruchtaufstrich und ein mageren "Obstteller" bestehen aus einer geschnippelten Papaya, insgesamt 3,83€) treffe ich Claudia in ihrem Büro. Wir fahren mit dem Taxi quer durch Tana zu Métaplasco, der Firma von der wir die Solaranlage kaufen. So weit ist es gar nicht, aber da wir im Schnitt nur Schrittgeschwindigkeit fahren dauert alles etwas länger. Der "Showroom" macht einen guten Eindruck, das Material und die Techniker auch und so komt es zum Vertragsabschluss.
Why do you even come here? Nobody likes you, Papaya!
Danach geht es zum Motorradhändler, um ein geländefähiges Motorrad für die Hausbesuche der Hebammen zu kaufen. Die Anweisung ist - "nichts aus China" (mir blutet das Herz). Das bedeutet gesteigerte Qualität aber auch gesteigerter Preis, so dass unser Budget leider nur für das günstigste Einsteigermodell von Yamaha reicht. Immerhin können die Hebammen jetzt durch den Busch brettern, ohne dass ihnen mitten im Nichts das Motorrad entzwei bricht.
Zwei Taxis vor dem Motorradhändler. Unseres ist das "neuere".
Ein mobiles Ultraschallgerät braucht noch einen Generator. Ein Besuch im Baumarkt nebenan ist erfolglos und so treten wir die Heimreise durchs verstopfte Tana an. Unterwegs halten wir an einer "Elektro-Mall", einem Kaufhaus voller Elektroläden. Ich möchte mir eine Kamera kaufen, damit ich nicht immer das Handy raus ziehen muss um Bilder zu machen. Leider sind alle Kameras entweder sehr teuer, in sehr dubiosem Zustand oder Hehlerware, weswegen ich unverrichteter Dinge wieder gehe. Unterwegs begegnet uns der "Getränke-Heimdienst":
Dass die bis Madagaskar liefern!
Inzwischen haben Stau, lange Wege und Wartezeiten den Tag aufgebraucht und ich gehe heim ins Hotel. Auf dem Heimweg gehe ich noch über den Markt nahe dem Hotel und kaufe mir ein Kilo Bananen für 22 Cent (die besseren, nicht die billigen für 16 Cent/Kilo). BILD AUSSICHT HOTEL(caption "So sieht der Blick aus meinem Fenster aus")

Blick aus dem Fenster auf Tana. Man hat mir gesagt, dass ich in einem "Mittelklasse-Viertel" wohne.


Abends darf ich wieder schlemmen - diesmal Steak Tartare (3,28€), vor meinen Augen frisch zubereitet, sowie ein flambierter Obstteller, vor meinen Augen angezündet. Der absolut schmackhafte Spaß kostet mich inklusive Bier + Sirup 6,71€. Während das Steak Tartare der reinste Genuss ist, enttäuscht mich der Obstteller und ich entscheide mich, das mit den Obsttellern sein zu lassen...

Ein Festmahl aus rohem Fleisch, Kapern und Cognac!

Das Büro von DFM (Doctors for Madagascar) ist im Dachboden von Claudias Wohnung. Der kurze Weg von meinem Hotel zu Claudia führt mich an einigen Highlights vorbei:
* dutzende "Handyläden". Bei diesen speziellen Läden kann man Guthaben kaufen und Geld (vom Handyguthaben) abheben. Die Großzahl dieser Läden besteht aus einem Sonnenschirm, einer alten Holzkiste als "Theke" und einem Hocker für den Verkäufer. Im Schnitt kommt alle zehn bis 100m ein solcher Stand und zu jedem Zeitpunkt kann ich mindestens vier oder fünf dieser Stände sehen. Es ist mir schleierhaft, wie die Verkäufer bei dieser absurd hohen Dichte an irgend einen Umsatz machen können.
* Der Markt, ein Dach über Betontischen auf denen Obst, Gemüse, Fleisch und (lebende) Hühner verteilt werden. Was auf den Boden fällt wird Teil des Bodens.
Eine Oase von Grün inmitten
einer Welt von Staub und Abgas
* Neben dem Markt schrubben vier Madagassen an einem ausgebrannten Kleinwagen und versuchen den Ruß vom Metall von Hand weg zu bekommen. Hier wird scheinbar alles recycelt was nicht komplett zu Pulver zerfallen ist.
* Direkt vor Claudias Haus ist eine evangelikale Kirche, die an sieben von sieben Tagen kontinuierlich Gottesdienst hat; Türen oder Fenster aber keine. So schallt aus allen möglichen Gebäudeöffnungen ein klischeehaft laut schreiender afrikanischer Prediger, ab und zu schwillt das Singen(?) der Versammlung auf und ab. Auch in Claudias Wohnzimmer ist die Kirche noch zu hören.
* Auf dem Vorhof vor dem Kirchengebäude treten zwanzig Jungs nach einem Ball. Nach einiger intensiver Beobachtung kann ich Vermutungen anstellen, in welche Richtung die Jungs wohl spielen und welche der vielen hüfthohen Mauern am wahrscheinlichsten die Tore darstellen sollen.
* Zu guter Letzt eröffnet sich mir nach einer schmalen Gasse eine Tür in Claudias Innenhof:

Das war dann der erste Tag, voller neuer Sinneseindrücke! Nach wenigen Stunden begann auch schon der nächste Tag, der noch abenteuerlicher war als dieser, aber davon gibt's im nächsten Update mehr!

Montag, 16. Mai 2016

Habet Dank für Speis und Trank

Claudia brachte meine Koffer für mich ins Hotel, während ich noch auf Nico gewartet habe. Nico ist von Technik ohne Grenzen, gesponsort von Wasser ohne Grenzen, und ist einer der drei "Wasserleute" aus Deutschland, die beim Krankenhaus in Fotadrevo die Abwasseranlage erweitern. Er landet zwei Stunden nach mir in Tana, wir begrüßen uns kurz, er gibt mir zwei Laptops die er für ÄfM transportiert hat, ich gebe ihm Bargeld weil der Automat keins her gibt (ein generelles Problem in Madagaskar), und er fährt schließlich zu seinem Hotel. Unsere Wege werden sich erst wieder in Tulear in vier Tagen kreuzen, Nico fährt morgen früh um vier schon in den Süden. Ein Kleinbus bringt mich in die Stadt (Prognose: 1-2 Stunden Fahrzeit, je nach Verkehr) zu meinem Hotel.

Ab diesem Zeitpunkt bekomme ich den ersten Kontakt mit der afrikanischen Wirklichkeit, und ich bin fasziniert von der Andersartigkeit dieses Ortes. Irgendwie werden auf dieser Fahrt alle Vorurteile die ich von Afrika kenne, bestätigt oder übertroffen:
  • Soweit das Auge reicht wachsen Palmenstauden auf rötlich-brauner Erde, dazwischen steht braunes brackiges Wasser
  • Die Straßen und "Gehwege" sind voll von Menschen die Waren transportieren - auf dem Kopf oder mit Karren, die sie ziehen - und Menschen die Waren verkaufen - in "Marktständen" ohne Wände, Dach oder Tisch.
  • Dazwischen schieben sich Motorräder, Autos, LKWs aus fünf Jahrzehnten langsam Richtung Stadt. Die StVO ist den Menschen nicht vertraut. Generell ist den Leuten ein Konzept von Ordnung im Verkehr und auf der Straße scheinbar fremd. Der Verkehr ähnelt eher tausend Murmeln, die man durch einen Trichter schüttelt, als einem koordinierten Ablauf. Alle existierenden und nicht existierenden Fahrspuren werden ausgenutzt. Stau, Stau, Stau. Männer in blauen und grünen Uniformen füchteln wild pfeifend mit den Armen. Beachtet werden gefühlt nur die mit einer AK-47 auf dem Rücken.
  • Verblichene Verkehrsschilder vegetieren ignoriert und vereinsamt am Straßenrand vor sich hin, an den Werbetafeln blättert das vergilbte Papier
  • Auf einmal rast eine Kolonne schwarzer SUVs an uns vorbei, eskortiert von Blaulicht und einem Hubschrauber. Ban Ki-Moon ist wohl zur Zeit in der Stadt, ob das was damit zu tun hat?
  • Hütten und Zäune sind aus allem was die Erbauer finden konnten zusammen geflickt und nur durch Draht und Nägel vom Auseinanderfallen gehindert.
  • Eine Bahnstrecke wird von den Menschen eher als "Fußgängerweg mit sehr sehr niedrigem Geländer" angesehen, Lokomotive ist mir noch keine begegnet.
  Zusammen mit mir sitzt ein Mann aus Sri Lanka im Bus. Er erzählt mir, dass er in Madagaskar ist, um Edelsteine zu kaufen (in einem absurden Zufall werde ich ihn noch einmal sehen, vier Tage und 700km weiter im Süden in einem kleinen staubigen madagassischen Dorf). Während der Bus im Stau steckt, kauft er durch das Fenster ein Kilo Bananen von der Straße und bietet mir eine an. Zögerlich probiere ich mein erstes Stück "Echtes Afrikanisches Obst", von dem mir gesagt wurde dass es ja so viel besser schmeckt als das was man in Deutschland im Laden bekommt. Die erwartete Geschmacksexplosion bleibt leider aus, der befürchtete Durchfall zum Glück auch...

Nach zwei Stunden ist es dunkel und ich komme im Hotel an. Beginnt jetzt das Abenteuer Afrika? Leider nein. Bis auf eine kleine Schabe im Bad ist das Hotel sehr westlich, vergleichbar von Einrichtung und Ausstattung einem europäischen Hotel der 90er Jahre. Zwei dinge sind allerdings unüblich: Im Bad stehen neben dem Waschbecken zwei 10-Liter Eimer Wasser samt Schöpfbecher, falls mal wieder kein Wasser fließt, und neben dem Bett ist eine batteriebetriebene Lampe, die sofort anspringt sobald der Strom ausfällt. Während meiner Zeit im Hotel bin ich von keinen Ausfällen betroffen.

Zum Abendessen wurde mir das hoteleigene Restaurant empfohlen, und so wandere ich in Jeans und Kapuzenpulli in ein feines Ambiente mit Kellnern im Anzug. Hm. Andererseits bin ich weißHotelgast, muss also genug Geld haben und werde daher bedient wie jeder andere. Beim Öffnen der Speisekarte fällt mir beim Betrachten der Preise die Kinnlade auf den Boden! Steak für DREI EURO? Ich halte mit mäßigem Erfolg meine Begeisterung versteckt und bestelle mir als Vorspeise Carpaccio vom Rind für 3€ und als Hauptspeise Entenbrust mit Kroketten für 4,21€, dazu ein Bier (65cl) für 1,40€. Ich bin sehr sehr dankbar - zum einen für die Gelegenheit dass ich so gutes Essen so günstig genießen darf, zum anderen dass ich maximal eine Woche hier bin, weil ich sonst maßlos verfetten würde. Als die Ente gereicht wird, realisiere ich dass ich Kroketten mit Krevetten verwechselt habe und daher zartestes Entenfleisch mit Garnelen garniert bekomme. Das erklärt den hohen Preis...
Zunächst ein Carpaccio mit Kapern.

Dann schmackvollste Ente Medium-Rare mit Garnelen
Das Essen ist ein absoluter Traum und steht dem eines deutschen Restaurants in keinster Weise nach (außer im Preis!). Okay, in einem deutschen Restaurant habe ich es noch nicht erlebt, dass der Ober die Contenance verliert um mit einem neongelben Lineal(!) eine Katze(!) aus dem Gastraum zu vertreiben. Unüblich auch die tote Ameise, die von der Decke auf den Tisch fiel (Tierfreunde: keine Sorge! Sie war nicht tot! Nach ein paar Minuten Schockstarre hat sie sich wieder berappelt und ist freiwillig vom Tisch spaziert). So lustig diese Beschreibung auch klingt, das Restaurant war echt Spitzenklasse!

Dessert war beim besten Willen nicht mehr möglich (kein Platz im Bauch, der Wille dazu war da), so dass ich in Summe für Vorspeise, Hauptspeise, Bier und Wasser 9,55€ gezahlt habe. Zutiefst zufrieden und prall gesättigt schlafe ich ein, in den Schlaf gesungen von der ignorierten Trillerpfeife des Verkehrspolizisten vor meinem Fenster...

Am nächsten Tag ging es dann zu Claudia und quer durch die Stadt, aber das kommt im nächsten Update. Das hat auch schöne Bilder von der Stadt, weil die von diesem Tag nichts sind.

Mein Zeitplan und meine Reiseroute:
  1. Ich kaufe in den nächsten Tagen das Material für die Solaranlage in Tana
  2. Ich fahre nach Tulear, eine Hafenstadt im Südwesten des Landes.
  3. Ich fahre von Tulear nach Fotadrevo und installiere die Solaranlage

Freitag, 13. Mai 2016

Tag 0/1, Anreise und Einreise

Dienstag:
Abfahrt nach München. Meine Eltern bringen mich rechtzeitig zum Flughafen. Am Check-In darf ich erst ein paar Fragen beantworten ("Nein, Madagaskar ist nicht wie im Film. Ja, die Seychellen und Madagaskar sind jeweils eigenständige Länder. Madagaskar ist wärmer und ärmer."). Bei der Gepäckaufgabe kommt dann die Herausforderung: ich habe 9kg Übergewicht (im Koffer!), was 90€ Aufpreis entspricht. Ich erkläre der Dame am Schalter und ihrer Vorgesetzten dass ich Hilfsgüter für einen humanitören Einsatz in einem Krankenhaus transportiere und das gerne auch mit Dokumenten belegen kann, könnte ich das Übergepäck nicht kostenlos mitnehmen? Ja, geht - an der Stelle ein großes Dankeschön an die Frau von Etihad Airways, die das schnell und unkompliziert abgenickt hat! Dann beginnen 24 Stunden Reise, von München über Abu Dhabi (7 Stunden Aufenthalt) und die Seychellen (2 Stunden Aufenthalt) nach Madagaskar (3 Monate Aufenthalt).
Ein letzter Blick auf München
Erster Stopp - Abu Dhabi. Nur auf den wenigen Metern vom Flugzeug in den Bus auf dem Rollfeld und vom Bus in den Flughafen bekomme ich die schwülen 32°C mit, die dort nachts herrschen. Zum Glück bin ich nicht tagsüber angekommen, da hätte es 42°C gehabt. Im klimatisierten Flughafengebäude gibt es viel Gold und "Bling Bling", Menschen die aussehen wie Scheichs, Parfumwolken und hoffnungslos überteuerte Snacks. Statt zu warten hätte ich auch für 14€/Stunde im Schlafkapselhotel übernachten können. Inzwischen wird es Mittwoch.
Blick auf Abu Dhabi. Straßen aus Gold!
Zweiter Stopp - Seychellen. Nach einem mageren Frühstück im Flugzeug erstreckt sich vor meinem Auge ein malerisches Inselparadies mit türkisblauem Wasser an weißem Strand. Diesmal ist der "Flughafen" nicht klimatisiert, also heißt es zwei Stunden bei ca. 30°C ausharren. Ich bin stark versucht, auf meine Koffer und meine Mission zu pfeifen und einfach auf den Seychellen zu bleiben und meinen Lebensabend am Strand zu verbringen. Oh well... Ansonsten hat der "Flughafen" ein Rollfeld, der Flieger parkt vor einem zweistöckigen Komplex und wir Fluggäste begeben uns alle zur laxesten Sicherheitskontrolle die ich je erlebt habe. Danach kann ich in den einen(!) Duty-Free-Shop, den einen Souvenierladen oder den einen Rum- und Spirituosenverkauf. Insgesamt kommt weniger die Geschäftigkeit eines internationalen Flughafens rüber, sondern eher eines verschlafenen Inselstädtchens.
Willkommen auf den Seychellen! Wo ist meine Willkommens-Blumenkette?
Ein sehr entspannter und unkomplizierter Flughafen. Laufbänder? Fehlanzeige.
Ich will nicht gehen...ich komme wieder!
Letzter Stopp - Madagaskar. Nach einem zweiten, noch magereren Frühstück im Flugzeug landen wir in Antananarivo (kurz: Tana). Ich dachte ja, die Seychellen hätten den kleinsten, verschlafensten Flughafen den ich je erlebt habe. Leider verlieren sie diesen Titel schon nach zwei Stunden an den Flughafen von Tana. So was wie einen Taxiway neben der Landebahn gibt es hier nicht, nur einen Wendehammer am Ende der Landebahn, auf dem das Flugzeug wendet, um die Landebahn dann wieder nach vorne zum Terminalgebäude zu fahren. So was wie nen Bus gibt es hier auch nicht, man wandert über das Rollfeld zum "Terminal".
Blick vom Rollfeld. Das ist der ganze "Flughafen".
Das Terminalgebäude inklusive Tower
Einreise: es ist überraschend frisch mit 20°C. Als erstes kommt eine Gesundheitskontrolle. Ich gebe einen Zettel ab, auf dem ich bei allen Krnkheiten "nein" angekreuzt habe und kann ungehindert passieren. Scheinbar sehe ich gesund aus. Dann kaufe ich ein Visum für 90 Tage, für 45€. Dann die tatsächliche Einreise, eine Kette von drei Beamten stempelt fleißig meinen Pass. Danach das Gepäckband, zu meiner Erleichterung haben es meine Koffer tatsächlich geschafft, zwei mal korrekt umgeladen zu werden (davon einmal auf den Seychellen!). Schließlich der Zoll. Ich habe meine Erklärung, dass ich von einer NGO (Nichtregierungsorganisation) bin und daher vom Zoll befreit bin. Das reicht dem Zöllner nicht, er will den Inhalt sehen. Er schaut sich gespannt den Elektronikkram an, den ich mirgebracht habe, während mir seine Vorgesetzte versucht zu erklären was das Problem ist. Ich nix verstehen und rufe Claudia (von ÄfM) an. Resultat: ich warte eine Stunde am Flughafen, sie kommt, spricht zehn Minuten mit der Vorgesetzten, ich nehme meine Koffer kostenfrei mit. Ich habe nicht verstanden was sie gesagt hat, aber es muss irgendwas Richtung "Ach komm schon, das ist für arme kranke Kinder! Gib deinem Herz einen Stoß" gewesen sein, und gipfelte in einem freundschaftlichen Knuff an den Arm der Zöllnerin(!). Aber es hat funktioniert. Die Wartezeit hatte ich währenddessen genutzt, um Geld zu wechseln und mir eine SIM-Karte für mein Handy zu kaufen, über das Thema Geld schreibe ich aber wann anders ausführlicher (hochspannendes Thema!).

Dann kam noch Nico, die Busfahrt und das Hotel, aber das kommt im nächsten Update.

Sonntag, 8. Mai 2016

T Minus 2 Tage

Hallo! Du hast meinen Blog gefunden! Hier werde ich meine Erlebnisse und Erfahrungen nieder schreiben, die ich im Rahmen meines dreimonatigen Einsatzes beim Hopitaly Zoara in Fotadrevo, Madagaskar sammeln werde/sammle/gesammelt habe. So kannst du meine Mission, eins der wenigen Krankenhäuser im Süden Madagaskars mit Solarstrom auszustatten, live verfolgen.

Objekt: Krankenhaus "Hopitaly Zoara" in Fotadrevo, Madagaskar
Ziel: im Krankenhaus soll es 24 Stunden am Tag Solarstrom geben und der Generator entlastet werden. Dadurch kann der wartungsanfällige Generator entlastet werden, es wird teures Diesel gespart und eine Notoperation kann auch nachts durchgeführt werden.
Zeitraum: von Mitte Mai bis Mitte August 2016
Wer: Ärzte für Madagaskar und ich, ein 27-jähriger Elektroingenieur

In zwei Tagen geht es los, dann gilt es 2,3 Tonnen Batterien und 25m² Photovoltaikpanels über 1300km Staubpiste zu transportieren und so zu verbauen, dass die Anlage den üblichen Wüstenstürmen von 150kmh statt hält. Ob ich diese Herausforderung bezwingen werde, findest du in diesem Blog!

Weitere Informationen zur Organisation, dem Krankenhaus und einer ähnlichen Ingenieurs-Mission findest du im Jahresbericht 2015 von Ärzte für Madagaskar (Link) oder im Blog von Johannes, meinem Vorgänger als Ingenieur in Madagaskar (Link).