Dienstag:
Abfahrt nach München. Meine Eltern bringen mich rechtzeitig zum Flughafen. Am Check-In darf ich erst ein paar Fragen beantworten ("Nein, Madagaskar ist nicht wie im Film. Ja, die Seychellen und Madagaskar sind jeweils eigenständige Länder. Madagaskar ist wärmer und ärmer."). Bei der Gepäckaufgabe kommt dann die Herausforderung: ich habe 9kg Übergewicht (im Koffer!), was 90€ Aufpreis entspricht. Ich erkläre der Dame am Schalter und ihrer Vorgesetzten dass ich Hilfsgüter für einen humanitören Einsatz in einem Krankenhaus transportiere und das gerne auch mit Dokumenten belegen kann, könnte ich das Übergepäck nicht kostenlos mitnehmen? Ja, geht - an der Stelle ein großes Dankeschön an die Frau von Etihad Airways, die das schnell und unkompliziert abgenickt hat! Dann beginnen 24 Stunden Reise, von München über Abu Dhabi (7 Stunden Aufenthalt) und die Seychellen (2 Stunden Aufenthalt) nach Madagaskar (3 Monate Aufenthalt).
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| Ein letzter Blick auf München |
Erster Stopp - Abu Dhabi. Nur auf den wenigen Metern vom Flugzeug in den Bus auf dem Rollfeld und vom Bus in den Flughafen bekomme ich die schwülen 32°C mit, die dort nachts herrschen. Zum Glück bin ich nicht tagsüber angekommen, da hätte es 42°C gehabt. Im klimatisierten Flughafengebäude gibt es viel Gold und "Bling Bling", Menschen die aussehen wie Scheichs, Parfumwolken und hoffnungslos überteuerte Snacks. Statt zu warten hätte ich auch für 14€/Stunde im Schlafkapselhotel übernachten können. Inzwischen wird es Mittwoch.
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| Blick auf Abu Dhabi. Straßen aus Gold! |
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Zweiter Stopp - Seychellen. Nach einem mageren Frühstück im Flugzeug erstreckt sich vor meinem Auge ein malerisches Inselparadies mit türkisblauem Wasser an weißem Strand. Diesmal ist der "Flughafen" nicht klimatisiert, also heißt es zwei Stunden bei ca. 30°C ausharren. Ich bin stark versucht, auf meine Koffer und meine Mission zu pfeifen und einfach auf den Seychellen zu bleiben und meinen Lebensabend am Strand zu verbringen. Oh well... Ansonsten hat der "Flughafen" ein Rollfeld, der Flieger parkt vor einem zweistöckigen Komplex und wir Fluggäste begeben uns alle zur laxesten Sicherheitskontrolle die ich je erlebt habe. Danach kann ich in den einen(!) Duty-Free-Shop, den einen Souvenierladen oder den einen Rum- und Spirituosenverkauf. Insgesamt kommt weniger die Geschäftigkeit eines internationalen Flughafens rüber, sondern eher eines verschlafenen Inselstädtchens.
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| Willkommen auf den Seychellen! Wo ist meine Willkommens-Blumenkette? |
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| Ein sehr entspannter und unkomplizierter Flughafen. Laufbänder? Fehlanzeige. |
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| Ich will nicht gehen...ich komme wieder! |
Letzter Stopp - Madagaskar. Nach einem
zweiten, noch magereren Frühstück im Flugzeug landen wir in Antananarivo (kurz: Tana). Ich dachte ja, die Seychellen hätten den kleinsten, verschlafensten Flughafen den ich je erlebt habe. Leider verlieren sie diesen Titel schon nach zwei Stunden an den Flughafen von Tana. So was wie einen Taxiway neben der Landebahn gibt es hier nicht, nur einen Wendehammer am Ende der Landebahn, auf dem das Flugzeug wendet, um die Landebahn dann wieder nach vorne zum Terminalgebäude zu fahren. So was wie nen Bus gibt es hier auch nicht, man wandert über das Rollfeld zum "Terminal".
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| Blick vom Rollfeld. Das ist der ganze "Flughafen". |
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| Das Terminalgebäude inklusive Tower |
Einreise: es ist überraschend frisch mit 20°C. Als erstes kommt eine Gesundheitskontrolle. Ich gebe einen Zettel ab, auf dem ich bei allen Krnkheiten "nein" angekreuzt habe und kann ungehindert passieren. Scheinbar sehe ich gesund aus. Dann kaufe ich ein Visum für 90 Tage, für 45€. Dann die tatsächliche Einreise, eine Kette von drei Beamten stempelt fleißig meinen Pass. Danach das Gepäckband, zu meiner Erleichterung haben es meine Koffer tatsächlich geschafft, zwei mal korrekt umgeladen zu werden (davon einmal auf den Seychellen!). Schließlich der Zoll. Ich habe meine Erklärung, dass ich von einer NGO (Nichtregierungsorganisation) bin und daher vom Zoll befreit bin. Das reicht dem Zöllner nicht, er will den Inhalt sehen. Er schaut sich gespannt den Elektronikkram an, den ich mirgebracht habe, während mir seine Vorgesetzte versucht zu erklären was das Problem ist. Ich nix verstehen und rufe Claudia (von ÄfM) an. Resultat: ich warte eine Stunde am Flughafen, sie kommt, spricht zehn Minuten mit der Vorgesetzten, ich nehme meine Koffer kostenfrei mit. Ich habe nicht verstanden was sie gesagt hat, aber es muss irgendwas Richtung "Ach komm schon, das ist für arme kranke Kinder! Gib deinem Herz einen Stoß" gewesen sein, und gipfelte in einem freundschaftlichen Knuff an den Arm der Zöllnerin(!). Aber es hat funktioniert. Die Wartezeit hatte ich währenddessen genutzt, um Geld zu wechseln und mir eine SIM-Karte für mein Handy zu kaufen, über das Thema Geld schreibe ich aber wann anders ausführlicher (hochspannendes Thema!).
Dann kam noch Nico, die Busfahrt und das Hotel, aber das kommt im nächsten Update.
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