Ab diesem Zeitpunkt bekomme ich den ersten Kontakt mit der afrikanischen Wirklichkeit, und ich bin fasziniert von der Andersartigkeit dieses Ortes. Irgendwie werden auf dieser Fahrt alle Vorurteile die ich von Afrika kenne, bestätigt oder übertroffen:
- Soweit das Auge reicht wachsen Palmenstauden auf rötlich-brauner Erde, dazwischen steht braunes brackiges Wasser
- Die Straßen und "Gehwege" sind voll von Menschen die Waren transportieren - auf dem Kopf oder mit Karren, die sie ziehen - und Menschen die Waren verkaufen - in "Marktständen" ohne Wände, Dach oder Tisch.
- Dazwischen schieben sich Motorräder, Autos, LKWs aus fünf Jahrzehnten langsam Richtung Stadt. Die StVO ist den Menschen nicht vertraut. Generell ist den Leuten ein Konzept von Ordnung im Verkehr und auf der Straße scheinbar fremd. Der Verkehr ähnelt eher tausend Murmeln, die man durch einen Trichter schüttelt, als einem koordinierten Ablauf. Alle existierenden und nicht existierenden Fahrspuren werden ausgenutzt. Stau, Stau, Stau. Männer in blauen und grünen Uniformen füchteln wild pfeifend mit den Armen. Beachtet werden gefühlt nur die mit einer AK-47 auf dem Rücken.
- Verblichene Verkehrsschilder vegetieren ignoriert und vereinsamt am Straßenrand vor sich hin, an den Werbetafeln blättert das vergilbte Papier
- Auf einmal rast eine Kolonne schwarzer SUVs an uns vorbei, eskortiert von Blaulicht und einem Hubschrauber. Ban Ki-Moon ist wohl zur Zeit in der Stadt, ob das was damit zu tun hat?
- Hütten und Zäune sind aus allem was die Erbauer finden konnten zusammen geflickt und nur durch Draht und Nägel vom Auseinanderfallen gehindert.
- Eine Bahnstrecke wird von den Menschen eher als "Fußgängerweg mit sehr sehr niedrigem Geländer" angesehen, Lokomotive ist mir noch keine begegnet.
Nach zwei Stunden ist es dunkel und ich komme im Hotel an. Beginnt jetzt das Abenteuer Afrika? Leider nein. Bis auf eine kleine Schabe im Bad ist das Hotel sehr westlich, vergleichbar von Einrichtung und Ausstattung einem europäischen Hotel der 90er Jahre. Zwei dinge sind allerdings unüblich: Im Bad stehen neben dem Waschbecken zwei 10-Liter Eimer Wasser samt Schöpfbecher, falls mal wieder kein Wasser fließt, und neben dem Bett ist eine batteriebetriebene Lampe, die sofort anspringt sobald der Strom ausfällt. Während meiner Zeit im Hotel bin ich von keinen Ausfällen betroffen.
Zum Abendessen wurde mir das hoteleigene Restaurant empfohlen, und so wandere ich in Jeans und Kapuzenpulli in ein feines Ambiente mit Kellnern im Anzug. Hm. Andererseits bin ich
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| Zunächst ein Carpaccio mit Kapern. |
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| Dann schmackvollste Ente Medium-Rare mit Garnelen |
Dessert war beim besten Willen nicht mehr möglich (kein Platz im Bauch, der Wille dazu war da), so dass ich in Summe für Vorspeise, Hauptspeise, Bier und Wasser 9,55€ gezahlt habe. Zutiefst zufrieden und prall gesättigt schlafe ich ein, in den Schlaf gesungen von der ignorierten Trillerpfeife des Verkehrspolizisten vor meinem Fenster...
Am nächsten Tag ging es dann zu Claudia und quer durch die Stadt, aber das kommt im nächsten Update. Das hat auch schöne Bilder von der Stadt, weil die von diesem Tag nichts sind.
Mein Zeitplan und meine Reiseroute:
- Ich kaufe in den nächsten Tagen das Material für die Solaranlage in Tana
- Ich fahre nach Tulear, eine Hafenstadt im Südwesten des Landes.
- Ich fahre von Tulear nach Fotadrevo und installiere die Solaranlage


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